Sonntag, 18. März 2007

Nelson

Am naechsten Tag lockerten wir unsere Muskeln und waren damit beschaeftigt, unsere Zweitageswanderung auf dem Abel Tasman Track vorzubereiten. Dieser Track ist 52 Km lang (3-5 Tage) und fuehrt entlang der Kueste. Uebernachten kann man in Huetten oder im Zelt. Wir buchten uns zwei Pritschen in einer Huette. Ander als in schweizer SAC-Huetten, sind diese jedoch nicht bewirtet und in vielen gibts nicht mal Trinkwasser. Daher muss der Rucksack alles Noetige beinhalten. Obwohl wir nur den halben Track wandern werden, waren unsere gepackten Rucksaecke recht schwer. Nachdem alles organisiert war, goennten wir uns einen Kinobesuch und schauten den ergreifenden Film 'As it is in Heaven'.

Samstag, 17. März 2007

Picton - Nelson

Am naechsten Tag fuehrte uns der Bus nach Nelson. Dieses Staedtchen liegt ebenfalls im Norden der Suedinsel und eignet sich bestens als Ausgangspunkt fuer den weltberuehmten Abel Tasman Track.



Hier verschlug es uns in das wahrscheinlich gemuetlichste und herzlichste Backpacker Neuseelands: Trampers Rest. Nelson ist ein huebscher Ort. Wir waren aber muede von der Reise, weshalb wir, nachdem wir uns mit dem Noetigsten eingedeckt hatten, zurueck in den Backpacker.

Trampers Rest ist ein Einfamilienhaus, welches von Mick und Sharon (ein kanadisches Ehepaar) gefuehrt wird. Die Atmosphaere ist so familiaer, dass die Zimmertueren keine Schluessel brauchen. Am Abend sassen wir alle (Gaeste und Gastgeber) im Wohnzimmer und diskutierten angeregt, bis Mick seine Gitarre hervorzauberte und wir bis Mitternacht sangen. Wie gemuetlich!

Gute Nacht.

Freitag, 16. März 2007

Kaikoura - Picton

Heute morgen schleppten wir unser schweres Gepaeck ins Dorfzentrum, wo wir auf den 10-Uhr Bus nach Picton warteten.

Picton liegt ganz im Norden der Suedinsel und ist Ausgangspunkt fuer die Faehre zur Nordinsel. Wir aber blieben noch hier im Sueden.

Die heutige Wanderung fuehrte uns entlang einem wunderschoenen Fjord.




Es war heiss und wir waeren beinahe verdurstet, da wir kein Wasser mitschleppten. In Neuseeland hat man halt einfach keine Beizen auf den Wanderwegen. Aber wir ueberlebten! Zurueck in Picton goennten wir uns viel Fluessiges und ein Glace.

Donnerstag, 15. März 2007

Christchurch - Kaikoura

Der letzte Post liegt leider ein Weilchen zurueck. Dies, weil die Hard- und Software in den seltenen Internet-Cafes noch aus der Vorkriegszeit stammen ;-) Deshalb holen wir umso freudiger alles nach.

Wir haben uns heute einen Intercity-Flexipass gekauft. Von nun an reisen wir also mit komfortablen Bussen. Die erste Reise fuehrte uns an der Ostkueste entlang ins kleine Dorf Kaikoura.


Hier koennte man fuer gutes Geld Wale und Delphine aus dem Boot oder aus der Luft bestaunen. Da unser Budget eh schon blutet, haben wir uns stattdessen fuer eine vierstuendige Rundwanderung um die Halbinsel entschieden. Der Ausblick auf Meer und Berge war traumhaft. Wer genau hinguckt, sieht sogar Schnee auf den Gipfeln.





Zufrieden und mit einem Monteith's Black schlossen wir den Tag.

Mittwoch, 14. März 2007

Greymouth - Christchurch

Nach dem grauen Greymouth ging es ueber den Arthur-Pass zurueck an die Ostkueste nach Christchurch. Hier gaben wir unser Mietauto ab und reisen von nun an mit dem Bus weiter.

Christchurch ist eine schoene Staedt, die sehr englisch anmutet. Sie hat 322'000 Einwohner und ist nach Auckland und Wellington die dritt groesste Stadt Neuseelands.

Zwischen den Regenpausen nutzen wir die Zeit die Stadt zu Fuss zu erkunden. Da es nun aber regnet, haben wir mal etwas Zeit (und eine einigermassen schnelle Leitung), um unseren Blog zu aktualisieren.

Hier einige Eindruecke von Christchurch:




Dienstag, 13. März 2007

Franz Joseph - Greymouth

Nach einem kurzen Zwischenstop in Franz Joseph fuhren wir heute weiter der Westkueste entlang nach Greymouth. In der Nacht hatte es wieder zu regnen begonnen, doch gegen Mittag riss die Wolkendecke auf. In Greymouth bezogen wir ein meega-kuules Backpacker! Sauber, farbig (jedes Zimmer im Stile eines bestimmten Landes eingerichtet. Unseres war Afrika) und ruhig.

Wir nutzten den Nachmittag, um die nahegelegenen Pancake-Rocks zu besichtigen. Das sind geschichtete Felsstrukturen mit riesigen Loechern durch welche bei Flut das Wasser schiesst. Das sieht dann aus, wie Geisiere. Nur schon die Fahrt entlang diesem Stueck der Westkueste war den Ausflug wert. Es windete einen beinahe von der Piste und die fuer ihre Wildheit bekannte Kueste zeigte sich von ihrer wildesten Seite.



Leider konnten wir die Flut nicht abwarten, weil sich der Himmel wieder dunkel faerbte. Noch bevor wir wieder in Greymouth zurueck waren, goss es wie aus Kuebeln.

Im Backpacker sagte man uns, dass das Wetteramt sogar eine Regenwarnung herausgegeben habe; schon die zweite seit wir hier sind ;-( Tatsaechlich schiffte und stuermte es die ganze Nacht. Nun ist uns klar, wie sie die 7m Jahresniederschlag zusammenbringen! ;-)

ByeBye Graumaul!

Samstag, 3. März 2007

Das andere Ende der Welt

Nach vielen kurzen und langen Fluegen (Krabi-Bangkok-Sidney-Queenstown) kamen wir in Neuseeland an.

Dieses Land besteht aus einer Nord- und einer Suedinsel, hat eine Flaeche von ca. 270'000 Quadratkilometern, ca. 4 Mio. Einwohner und ca. 40 Mio. Schafe ;-)

Da wir auf der Suedhalbkugel sind, bedeutet hier Sueden = kalt und Norden = warm. Queenstown liegt weit im Sueden der Suedinsel. Die Zeitverschiebung betraegt im Maerz exakt 12h.

Nach dem Verlassen des Flugzeugs fuellten sich unsere Lungen mit trockener, frischer und gesunder Bergluft. Obwohl die Sonne strahlte, wurde unsere Freude bald getruebt. Trotz weniger Reisender dauerte es glatte 2h bis wir den Einreisestempel bekamen. Danach mussten wir mit Schrecken feststellen, dass die Fluggesellschaft Brunos Gepaeck verloren hatte. Nachdem wir diese unerfreuliche Tatsache gemeldet hatten, bat man uns zu warten. Waehrend Bruno Formulare ausfuellte, nutzte die Zollbeamtin die Gelegenheit, Brigittes Gepaeck einer peinlich genauen Totalkontrolle zu unterziehen. Nach etwa drei Stunden konnten wir das verdammte Flughafengebaeude endlich verlassen. Lange hatten wir uns darauf gefreut, dass wir Neuseeland in der Nebensaison besuchen und uns nicht mehr staendig dieses 'oh solly, fully booked' anhoeren muessen. Leider ist dem offenbar nicht so, und Queenstown war 'fully booked'. Wir fanden schlussendlich eine etwas teurere Unterkunft, wo wir zwei Naechte blieben, um Queenstown zu erkunden und darauf zu hoffen, dass Quantas Brunos Gepaeck wieder finden wuerde.

Waehrend der Erkundungstour traffen wir duch einen Riesenzufall eine Badmintonkollegin von Brigitte, Regula mit ihrem Freund Andi. Nach einem langen und ergiebigen Erlegbnisaustausch gingen wir gespannt ins Hotel und hofften, das verlorene Gepaeckstueck sei gefunden. Aber dem war nicht so ;-(

Vielleicht hatte es mit den anfaenglichen Widrigkeiten zu tun, vielleicht hatte es mit dem krassen Kontrast zu Thailand zu tun, dass wir uns auch am dritten Tag immer noch schwer taten, uns mit dieser Insel anzufreunden. Obwohl es in diesem Land sehr sauber ist, Brunos Gepaeck am dritten Tag wieder gefunden wurde und die Leute freundlich sind, schockten uns (und schocken uns noch immer) die hohen Preise! Zudem scheint uns hier im Vergleich zu Thailand alles so unnahbar und distanziert. Uns kommt diese Welt bis jetzt vor wie eine einzige riesige Filmkulisse, in welcher man fuer jede Sehenswuerdigkeit viel Eintritt bezahlen muss.

Am dritten Tag entschieden wir uns, ein ueberteuertes Mietauto zu nehmen und starteten unsere Reise in Richtung Te Anau.

Wenige Kilometer hinter der Stadtgrenze begann ein zwei Tage dauernder Platzregen mit 15 Grad Temperatursturz, so dass wir gerade mal 7-10 Grad hatten. Um das Uebel komplett zu machen, verpassten wir auch noch einen 110$ teuren, bereits bezahlten Ausflug auf dem Milfordsound (ein Fjord wie in Norgwegen)! Dies, weil wir am Vortag eine neuseelaendische SIM-Karte fuer unser Natel (= Wecker) gekauft hatten und der Typ im Laden diese schwuppdiwupp in unser Natel eingesetzt hatte, wobei er natuerlich die Batterie herausnehmen musste. Danach dachte niemand daran, dass die Uhr wieder gestellt werden muss. Ueber so viel Pech waren wir nun doch etwas traurig, fuhren aber trotzdem mit 2h Verspaetung nach Milford an der Westkueste, wo unser Boot abgelegt haette. Heftiger Regen begleitete uns bis zum Fjord.


Bei Kaelte und neuseelaendischem Westkuestenregen verweilten wir hier nur kurz und suchten uns eine Backpackerunterkunft an der Ostkueste, in Colac Bay.

Die Backpackerunterkuenfte hier sind wie Jugendherbergen in der Schweiz ausgestattet: Gemeinschaftskueche und -bad. In manchen rollt man seinen Schlafsack aus, in anderen hat man sogar mehr oder weniger frisch bezogene Betten. Man zahlt zwischen 50-60 Franken fuer ein Doppelzimmer. Auch schoen, mal wieder selber zu kochen.


Im Moment wechseln wir unser Revier Tag fuer Tag und ziehen taeglich ca. 200 Km weiter auf unserer geplanten Route. So ging es von der Colac Bay weiter nach Dunedin, einer Stadt an der Ostkueste.



Dunedin kam uns vor wie San Francisco im Westentaschenformat. Kuehl, am Meer, huegelig und steile Strassen. Ein ganz huebsches Staedtchen, das uns zu einem zweitaegigen Aufenthalt einlud. Am zweiten Tag besichtigten wir die der Stadt vorgelagerte Halbinsel, wo Pinguine, Robben und Koenigsalbatrosse leben. Von weitem sahen wir die Robben und Albatrosse. Um die freilebenden Tiere von Nahem betrachten zu koennen, haette man einmal mehr eine gefuehrte halbstuendige Tour fuer 30$ p/P buchen muessen. Wir genossen diesen kalten aber schoenen Tag und beendeten ihn mit einem Speight's (Bier).

Am naechsten Tag schien die Sonne und erwaermte das Land wieder auf sommerliche Temperaturen ;-) Uns zog es weiter nach Westen ins Landesinnere.


Unser Ziel war Wanaka, ein 3000 Seelendoerfli, welches in der Hochsaison vor Touristen aus aller Welt platzt. Offensichtlich war Hochsaison, denn wir fanden nur mit Muehe ein Zimmer im Nachbardorf. Wanaka liegt an einem schoenen grossen See, im sehr kargen Landesinneren. Gleich nach der Ankunft und auch am naechsten Morgen unternahmen wir zwei schoene Spaziergaenge. Die Wanderwege in Neuseeland werden vom DOC (Departement of Conservation) unterhalten und sind immer sehr gepflegt. Uebrigens sind auch die oeffentlichen Toiletten der Hammer. Es gibt sie ueberall und sie sind blitzblank. Der naechste Tag fuehrte uns bei strahlend blauem Himmel an die Westkueste. Nachdem wir den Haast-Pass ueberquert hatten, wechselte die Vegetation von karger Mondlandschaft in Regenwald!


Auf dieser Strecke ein derart schoenes Wetter vorzufinden, ist vermutlich eher selten, denn die Westkueste misst eine Jahresniederschlagsmenge von 7m und ist somit eine der Regenreichsten Gegenden der Welt.

Wieder uebernachteten wir in einer Backpackerunterkunft und bereiteten uns ein gediegenes Rahmschnitzeli zu ;-)

Auf unserer Weiterreise nach Franz Joseph Town, welches ebenfalls an der Westkueste liegt, kamen wir an zwei Gletschern vorbei. Beim ersten (Fox-Gletscher) beschritten wir einen Wanderweg bis zur Gletscherzunge.


Eindruecklich ist, dass dieser Gletscher gerade mal 10 Km vom Strand entfernt ist und nur wenige Meter ueber Meereshoehe endet. Ansonsten ist es natuerlich schwierig, schweizer mit einem Gletscher zu beeindrucken. Viele Reisende scheinen aber massiv beeindruckt zu sein, denn die zwei winzigen Doerfchen in der Naehe der Gletscher wimmeln vor Helikopterlandeplaetzen, Motels und zahlenden Touristen.

Im Moment laesst uns das Gefuehl nich los, dass wir um die halbe Welt gereist sind, und nun viel sehen, was uns von zu Hause her vertraut ist. Das kann sehr schoen sein, aber nach unserer Ankunft in Neuseeland haben wir festgestellt, dass wir viel Freude daran haben, neue und uns unbekannte Kulturen zu entdecken. Wir haben das Gefuehl, dass uns dies weiterbringt und wir langweilen uns hier und wahrscheinlich auch in Australien ein wenig. Daher sind wir im Moment dabei, unsere Reiseplaene neu zu schmieden. Wir ueberlegen uns, in Australien eine abgekuerzte, ca. 14-taegige Route an der Ostkueste mit einem Camper zurueckzulegen und dafuer drei Wochen laenger in Indonesien zu reisen. Sollte jemand von euch Reisetipps zu unseren Plaenen haben, sind wir dankbar fuer jeden Hinweis! Alice!?! ;-) Aus dem Lonely Planet wissen wir, dass in Indonesien bis Ende April Regenzeit herrscht. Aber wie schlimm ist das in der zweiten Haelfe April? Wie reist man (Zug, Bus)? Mit was fuer Unterkuenften kann man rechnen (Qualitaet, Preis)? Impfungen? Visa? English? Welche Landesteile soll man bereisen? Sicherheit? Ernaehrung?

Obwohl wir die Schweiz mit all ihrem Komfort und Konsum lieben und vermissen, haben wir gemerkt, dass es uns langweilt, auf so einer Reise die westliche Welt englischsprechender und auf der linken Strassenseite fahrenderweise nocheinmal zu sehen. Die asiatische Welt hat es uns mit ihrer Farbpracht und Herzlichkeit angetan und da wir hier schon mal in der Gegend sind, versuchen wir, die Gelegenheit beim Schopf zu packen und diese Kultur naeher kennen zu lernen.

Trotz allem sind wir frohen Mutes und stets guter Laune.

Liebe Gruesse an alle!
B&B